Roland Dürre
Sonntag, der 11. Dezember 2011

Wenn es am schönsten ist, soll man Schluss machen ;-)

Ich fühle mich und meine Kinder von der Klimakatastrophe ernsthafter bedroht, als von der „EURO-Krise“, „Finanz- oder Überschuldungskrise“ und ähnlich virtuellem Käse.

Logischerweise sind mir also Maßnahmen zur Abwendung der Klimakatastrophe wichtiger als alle EURO-Rettungsschirme dieser Welt.

Oder anders gesagt: Denke ich an den Planeten ist mir der EURO schnurz und piep egal.

So meine ich, dass es absolute Priorität hat, den Kohlendioxidausstoß auf diesem möglichst schnell gewaltig zu reduzieren. Deshalb stelle ich als als „verrückter Außenseiter“ viele dumme Fragen.

Eine davon kommt jetzt.

Dürfen wir wirklich noch so mir nichts dir nichts ins Auto steigen, den Zündschlüssel umdrehen und gedankenlos aufs Gaspedal steigen? Und meinen, wir seien auf dem rechten Wege, nur weil unser Auto einen Liter weniger Diesel als das Vorgängermodell braucht (wenn’s denn überhaupt wahr ist)?

Womit wir uns ja auch belügen. Zwar reduziert sich der Verbrauch des Autos vielleicht von 7 auf 6 Liter. Das klingt gut und scheint ein Fortschritt. Dummerweise wird bei der Erzeugung von Diesel viel mehr Kohlendioxid produziert als früher. So steigt faktisch die Gesamtmenge!

Aber selbst, wenn dem nicht so wäre, haben wir überhaupt noch das Recht, Auto zu fahren? Ist nicht jeder vermeidbare oder unnötige Kilometer Autofahrt ein nicht mehr erlaubter Verstoß gegen die Natur, uns selbst und unsere Nachfolger? Oder – wie gläubige Menschen sagen würden – ein kleine Sünde, von denen sich viele schnell zu einer großen Sünde akkumulieren!

Da hilft auch die Ausrede mit den Chinesen nichts. Einer muss halt anfangen.

Wo doch die meiste unsere Mobilität völlig unnötig stattfindet. Das fängt Sonntags morgen an, wenn ich mich auf dem Rad über das Chaos der Autos vor dem Bäcker wundere, die meisten derer Fahrer aber einen kürzeren Weg haben als ich.

Wenn wir wirklich reisen müssen, gibt es fast immer Alternativen, bei denen nur minimal zusätzliches Kohlendioxid erzeugt wird. Wie oft sitze ich halb- oder fast ganz leeren Zügen. Und wie sehr genieße ich meine wohl durchschnittlich zwei Stunden täglich auf dem Fahrrad!

Zwar kostet mich das  ein wenig mehr Zeit. Ab und zu geht es sicher zu Lasten der Bequemlichkeit. Ich gewinne dabei aber auch Zeit – wie zum Arbeiten im Zug oder für Bewegung in frischer Luft. Und ich gewinne Freiheit!

Ich bin auch glücklich, dass ich fest stelle, dass immer mehr Menschen so denken wie ich und sogar konsequent so handeln. Oft bin ich aber in Sorge, dass Jeremy Rifkin, Autor des (sehr lesenswerten) Buches „Die emphatische Zivilisation„, doch recht hat, wenn er sagt:

Tragisch, dass jetzt, wo die Menschheit langsam beginnt „vernünftig“ zu werden, es mit ihr aus ist.

RMD

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8 Kommentare zu “Wenn es am schönsten ist, soll man Schluss machen ;-)”

  1. urmelmann (Sonntag, der 11. Dezember 2011)

    Wo ist der BELEGTE Beweis, daß das sogenannte „Killergas“ CO2 das Klima verändert?

    Wann wird der offensichtliche Einfluss der Sonne bzw. anderer galaktischer Phänomene auf das Klima ernst genommen?

    Wann wird dahingehend ernsthafter geforscht?

    Wir befinden uns auf der guten alten Erde nun mal nicht unter einer Glaskuppel, wo uns alles was drum herum passiert nichts angeht und alle klimatischen Veränderungen nur vom bösen bösen Menschen ausgehen kann.
    Wenn sie das ernshaft glauben, dann sind sie einer Religion bzw. Ideologie erlegen…

    Ihre Antwort auf meinen Tweet:
    #Iran #Israel #SaudiArabien #Russland #China #USA #GB #Kriegsdynamik …….und wir diskutieren über die Nachfolge von Gottschalk

    @urmelmann #Iran … #Kriegsdynamik … wir diskutieren über die Nachfolge von Gottschalk Richtig, aber es gibt auch noch #Klimakatastrophe

    Wie wollen sie bitteschön das Klima „retten“, wenn wir uns in einem nuklearen Winter befinden oder der Mensch gänzlich ausgerottet ist?
    Ich glaube dies ist in der gegewärtigen Lage völlig zweitrangig. Es gilt diese Kriegsdynamik zu verhindern und nicht daran vorbei zu reden.
    Über eine Antwort wäre ich erfreut 🙂 LG

  2. rd (Sonntag, der 11. Dezember 2011)

    Wie gewünscht meine Antwort.

    Der wissenschaftliche Schluss, dass es eine wesentliche Korrelation zwischen dem Anteil von Kohlendioxid und Methangas in der Atmosphäre und der Erwärmung der Welt gibt, erscheint mir trivial. Natürlich kann sich auch die Wissenschaft irren, in diesem Fall erscheint mir dies aber als unwahrscheinlich. Modelle und Hochrechnungen sind zu überzeugend.

    Und der Anteil der Klimagase in der Atmosphäre ist halt mittlerweile so hoch, wie seit Millionen von Jahren nicht mehr. Allein das scheint mir bedenklich. Dass die Ursache für diese Werte die Verbrennung von fossilen Rohstoffen wie Kohle und Öl ist, kann man leicht rechnen.

    Dass Krieg das größte alle Übel ist (und nicht nur die Menschen sondern auch das Klima schädigt) ist mir klar. Ich hoffe aber, dass die Menschheit ein weniger vernünftiger geworden ist und sich so das Kriegsrisiko eher verringert hat.

    Meine größte Sorge hier ist, dass Kriege eher wieder als Folge der Umweltkatastrophe in Mode kommen könnte.

    Beide Themen Krieg und Umwelt sind aber natürlich relevanter als die Nachfolge von Gottschalk 🙂

  3. Detlev Six (Sonntag, der 11. Dezember 2011)

    Ich möchte diesen apokalyptischen Sonntag nicht vorbeigehen lassen, ohne die Trilogie vollzumachen. Meine allergrößte Sorge ist die Weltüberbevölkerung. Da es Klimakatastrophen und Kriege immer schon gab, die Menschheit die Folgen davon also kennt, (im Gegensatz zu den wirklichen Variablen der Klimakatastrophenvorhersage und den wirksamen Methoden der Kriegsverhinderung) kann ich wissenschaftlich zuverlässig sagen, dass beide an meiner Sorge arbeiten werden.

  4. rd (Sonntag, der 11. Dezember 2011)

    @Detlev: Einerseits ja. Andererseits führt Verarmung ja zu mehr Kindern, weil diese ja als Vorsorge fürs Alter gesehen werden. Und beide – Kriege wie Klimakatastrophe – dürften Armut schaffen …

  5. Chris Wood (Montag, der 12. Dezember 2011)

    I read something recently about climate change, that was new to me, and that seems not to be generally known. During the last 500 million years, the world’s average temperature was about 12 degrees hotter than now for about half the time. Four times, (including the relatively recent past, it has dropped to 2 or 3 degrees below the current average.
    So it cannot be said that the expected higher temperatures are generally damaging to life. What causes problems is when change is too rapid to cope with, when species cannot adapt quickly enough. And the present rate of increase is dramatically fast on a geological timescale.
    The level of CO2 in the atmosphere was generally higher than now. Carbon has been taken out of the atmosphere to make the shells that formed chalk, limestone and marble, as well as making coal, oil and tar. The greater warmth this would have caused on Earth was balanced by the earlier lower radiation of the sun. Cooler periods were sometimes caused by dust clouds in space, cutting off the sun’s radiation. (It’s funny to think that for millions of years at a time no other star or planet was visible).
    During the ice ages, see levels sank by dozens of meters. During the last hot period, (Eocene), they were dozens of meters higher than now. There were dinosaurs and tropical trees in Antarctica. Warming, (relative to now), was much stronger at the poles than the equator.
    One model, (which may exaggerate), predicts a temperature increase of 10 degrees by 2300, if fossil fuel burning continues at current rates.

    Power stations and factories already running will probably produce the 2 degree „target“ rise, if they run as long as intended. Even this will have effects dramatic enough to make people forget Chernobyl and Fukushima.
    But I must agree with Six and even Urmelmann, that the really serious worries concern overpopulation, depleting resources and war. These are the problems that may bring civilisation to an end, probably eliminating mankind.
    And the current financial crises may signal the start of this process. It seems that people these days are only happy if they experience improving living standards. This is driven by inequality. The poor try to catch up and the rich try to stay ahead. In the past, this has been a driving force for progress. Democratic governments must try to satisfy these urges. So they try to force progress beyond what they can achieve, rather than letting things stagnate or regress for a generation or more. Of course stagnation itself is no help. Efforts must go into population limitation and sustainable use of resources, rather than new toys. I guess that mankind will be too stupid. But I have not completely given up hope.

  6. Chris Wood (Mittwoch, der 14. Dezember 2011)

    I hear repeated comments about Canada’s withdrawal from the Kyoto agreement, but strangely nobody has mentioned that Canada, (with Russia and perhaps Skandinavia), can gain from the climate change. Vancouver and Victoria will be under water, but vast tracts of Canadian tundra will become fertile, (assuming burning continues for 100 years).

    Bayern III has expelled GB from Europe, or at least from the European Union! They reported today that London has dropped to third place in the World’s finance centers, and that Holland tops the European list (ninth place).

  7. Detlev Six (Mittwoch, der 14. Dezember 2011)

    Sind Great Britain und Kanada jetzt die neue Achse des Bösen oder nur die Achse der Nervösen?

  8. rd (Mittwoch, der 14. Dezember 2011)

    Vielleicht sind UK und Canada jetzt auch die Achse der Autonomen. Da weiß man dann nicht, ob positiv oder negativ? 🙂

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