Roland Dürre
Samstag, der 12. Juli 2008

Wie ruiniert man eine Firma … ? (rmd)

Wenn ich die Beiträge meiner Mitautoren Dr. Edwin Ederle und Dr. Frank Schütz lese, dann bewundere ich die beiden immer wegen ihrer ketzerischen Frische und dem gesunden Menschenverstand.

Und beim Lesen ihrer Beiträge ist mir ein uralter Witz eingefallen:

Frage: Wie ruiniert man eine Firma?

Antwort:

Mit Frauen – das ist am anstrengensten.

Mit Glückspiel – das macht am meisten Spaß.

Mit IT – das ist am sichersten.

Ob der Witz so richtig gut ist, weiß ich nicht. Ich bin aber überzeugt, dass IT in Unternehmen oftmals große und unnötige Schäden und Kosten verursacht. Dieses wunderschöne Thema möchte ich aber gerne weiter Edwin und Frank überlassen. Eine Anmerkung sei mir aber zum Thema IT und Sicherheit gestattet. Unternehmen setzen unsichere System-Komponenten ein. Jeder weiß, welche ich meine. Dann werden Sicherheitszäune aufgezogen. Zuerst nach außen. Die Feinde sitzen aber auch innen. Deshalb werden weitere Zäune intern aufgebaut, oft kreuz und quer. Die Übersicht geht verloren, das Arbeiten wird immer schwieriger, also entstehen bewusst oder unbewusst Schlupflöcher. Gut, dass man die virtuellen Zäune nicht sehen kann. Und in dem ganzen Wirrwarr wird übersehen, dass man Informationen einfacher als je zu vor auf vielen Wegen aus den Unternehmen herausschmuggeln kann.

Es gab mal einen großen Informatiker, fast schon einen „Software-Philosophen“ (war es Dijkstra ?), der hat gesagt „Wenn man Software nur sehen könnte“. Und eine Antwort war, dass sie aussehen würde „wie ein Haufen Spaghetti“. Und dann kommen mir so Gedanken: Wenn man den Inhalt eines Laptop mit 15 Jahre übernommener Geschichte nur sehen könnte, indem man ihn z.B. mal komplett ausdruckt! Wäre das Büro groß genug? Oder wenn man die virtuellen „gated communities“ sich mal in der Realität vorstellt: Dann hätten wir so etwas wie Legoland, aber der Zaun ging nicht nur außen herum sondern quer durchs Gelände, durch die Gebäude und Büros und wahrscheinlich über manche Schreibtische hinweg. Und irgendwo wären ein paar Schlupflöcher eingebaut, damit man noch in die Kantine kommt.

Dabei wäre dieser Overkill doch heute im Zeitalter von SOA-Architekturen, aufgebaut auf klaren WEB-Modellen mit einheitlichen Server-Strukturen und OpenSource-Produkten, nicht mehr notwendig. Sorry – ich weiß schon, da gibt es halt die vielen Jahren Geschichte, die keine vernünftigen Lösungen zulassen.

Darum – wenn die Sachzwänge der Geschichte uns zu sehr in die Knie zwingen, dann bitte daran denken, dass man Firmen auch mit IT ruinieren kann!

Ich wünsche Mut beim Neuanfang!

RMD

P.S.

Hier (nicht ganz zum IT-Thema) aktuelle Regeln, wie man heute Unternehmen ruiniert.

Maximiere ausschließlich Wachstum und Profit!

Folge der Meinung der Analysten!

Vergiss und ignoriere Deine Werte und die Vorzüge Deiner Marke!

Und vor allem: Ruiniere die Unternehmenskultur!

Dann klappt es bestimmt ;-(

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