Detlev Six
Freitag, der 15. Januar 2016

ANTI-RESIGNATION.

2000 vor Christus.
Roland und seine Neubiberger Horde werden von einer Unterhachinger Horde vollständig aufgerieben. Nach einigen Monden nimmt seine Frau Barbara an, dass Roland wohl nicht mehr wiederkommen wird.

Der Rest der Welt erfährt nichts davon.

1. Jahrhundert nach Christus.
Roland fällt als bayerischer Hilfssoldat einer römischen Legion am Limes im Kampf gegen eine Germanentruppe. Nach einigen Monden fragt Barbara in Castra Regina nach. Auskunft: Vermutlich tot.

Der Rest der Welt erfährt nichts davon.

2016 nach Christus.
Roland schreibt RESIGNATION. Leser des IF-Blog lesen das. Fühlen sich bestätigt. Informieren andere, die das genauso sehen. Darunter der Schreiber eines Massenblattes, der daraus Apocalypse Now macht. Ein ausländischer Korrespondent, der sich freut, dass es den Deutschen endlich auch einmal schlecht geht, teilt das seinen Landsleuten mit, denen es prompt noch schlechter geht. Ein Überbietungswettbewerb des Schlechtergehens beflügelt die Medienwelt, denn „only bad news is good news“.

Der Rest der Welt erfährt davon.

Die zunehmende Schlechtigkeit der Welt ist eine Folge überschießender Kommunikationskaskaden.

Oder anders gesagt.

Wir werden mit Wissen zugeschissen.

SIX

7 Kommentare zu “ANTI-RESIGNATION.”

  1. rd (Freitag, der 15. Januar 2016)

    WUNDERBAR!

    DANKE DETLEV!

    DESHALB:

    SCHEISS AUFS WISSEN.

    ANSTELLE DESSEN:

    AUF ZUM URLAUB UND GESCHÄFTE MACHEN!

  2. Hans Bonfigt (Samstag, der 16. Januar 2016)

    Wieso die Großschreibung?
    Meister Six hat doch ins Schwarze getroffen.

    Was bringt uns die ganze (Be-)Denkerei? Nix !

    Beispiel „Klimawandel“. Wenn ich da schon höre, „Ziel ist ein maximaler Anstieg um 2° Celsius“ — da platzt mir der Kragen. Denn das sind nämlich etwa 275,15 Kelvin. Mit diesem „Klimaziel“ kochen die Meere über!
    Und was wollen Sie tun? Schonmal ein chinesisches Stahlwerk gesehen? Nein? Logisch, geht ja auch nicht wegen der absolut dichten Dunsthemisphäre mit einem Radius von 20 Km. Glauben Sie, die setzen die still? Wo wir ihnen die Dreckschleudern selber verkauft haben (z.B. Dortmund Phönix)?

    Aber auch Detlev Six mit seinem Traum von der „Regelschule“ setzt zwar kein Wissen, aber wenigstens Wißbegier voraus. Und ich bin jetzt froh, daß die Kommentare sowieso keiner liest, deswegen folgende steile These:
    Jeder, der einmal bei ungünstigem Wind so einer Horde Nordafrikaner nahegekommen ist, der weiß: Mit Duschen und Baden haben die es nicht so. Tun sie ja auch in der Badeanstalt nicht. Das legt die Vermutung nahe, daß sie aus den gleichen Gründen ins Bad gehen wie in die Disko: Um den ungläubigen Schlampen an die Titten zu fassen und noch woanders hin – und wenn das nicht klappt, sich selbst durch Schlagen und Erniedrigen dieser Schlampen aufzuwerten.
    Die sollen in eine Schulung, daß sie genau das nicht tun sollen, weshalb sie eigentlich in eine Badeanstalt gehen?
    Ich glaube, es ist fatal – und auch menschenverachtend – fremden Menschen zu unterstellen, sie wären ein bißchen blöd und könnten sich nicht auf kulturelle Unterschiede einstellen.
    Denn bei der Bedienung geklauter „Smartphones“ sind sie auf einmal wieder große Klasse…
    Was jetzt diese „Domspatzen“ anbetrifft: Hat so ein Knabenchor nicht von vornherein etwas fies-päderastisches? Nebenher, ich kann mir gerade nix Amusikalischeres vorstellen als einen Knabenchor.
    Dann lieber tunesischen Gangsta-Rap …

    Also, lieber Roland, und auch lieber Detlev Six:
    Wir hatten das große Glück, bei keinem Krieg mitmachen zu dürfen, sind weitgehend zeitsouverän, können uns tolle Kreuzfahrten leisten (tja, Roland, DAS ist mal ein ‚ökologischer Fußabdruck‘), haben interessante Jobs …

    Das Denken schadet nur! BE-denken ist sogar schädlich!

    Genießen wir unser Glück, mache wir es uns schöner, indem wir uns bewußt machen, wie gut wir es haben, und lassen Klima Klima sein und Asylanten Asylanten.

    Indem wir nach der bekannten Maxime handeln

    „Wir ändern das, was wir ändern können,
    wir zirkumvenieren das, was wir nicht ändern können
    und sind vor allem so clever, da eine vom anderen zu unterscheiden“.

    Irgendwie gelingt es Detlev Six immer wieder, mit deutlich weniger Worten auszukommen.

  3. rd (Samstag, der 16. Januar 2016)

    Wieso die Großschreibung?
    Weil Meister Six ins Schwarze getroffen hat.
    🙂 !!!

  4. six (Samstag, der 16. Januar 2016)

    Es stimmt, Hans Bonfight, das Denken schadet nur. Es hat meinen durchschnittlichen Blutdruck 2015 um 20 mmHg nach oben getrieben. Es ist vor allem das Denken, das kein Handeln nach sich zieht. Ich werde es 2016 weitgehend bleiben lassen. Vielleicht ab und zu im IF-Blog ein paar kleine Rückfälle.

  5. rd (Sonntag, der 17. Januar 2016)

    Noch mal zum Schwimmbad 🙂 Das wäre einen eigenen Artikel wert.

    Habt Ihr Euch schon mal die Frage gestellt, warum „Deutsche junge Männer“ ins Schwimmbad gehen? In unserer Jugend waren das die Mädels, die uns ins „Familienbad“ an der Wertach in Augsburg gelockt haben. In meiner „Klicke“ (im Sinne von Clique) waren die Mädels aber eher so etwas wie unerreichbare „Göttinnen“ als Menschen aus Fleisch und Blut. Und Göttinnen betatscht man nicht sondern betet sie an. In der Hoffnung, dass sich eine von ihnen irgendwann herab lässt. Und wenn nicht, dann kam der Romeo/Julia-Schmerz. Und der kam fast immer …

    Das war auch kein ganz einwandfreies Frauenbild im Sinne von Geschlechtlichkeit auf Augenhöhe. Sondern eine eigenartige romantische Verherrlichung, die mir aber lieber ist als das ultra-chauvinistische Frauenverständnis, das in den meisten Kulturen auf dieser Welt und zu häufig auch noch bei uns, also bei den allermeisten Menschen vorherrscht (auch wenn es vom heuchelnden Bürger und Politiker, der sich selbst als idealtypisch gut verkauft, gerne abgestritten wird).

    Im Augsburger Familienbad gab es damals das „Frauenbad“. Das war ein großer und durch hohe Holzzäune vor Einblicken geschützter Bereich, zu dem nur Frauen Zutritt hatten. Allerdings gab es drin kein Schwimmbecken, fürs Schwimmen mussten die Damen dann wieder in den allgemeinen Bereich zurück kehren. Und da hat man schon mal vielleicht auch ein wenig schärfer hin geschaut, wenn eine Dame aus dem „Frauenbad“ in Richtung Schwimmbecken ging.

    Das war übrigens auch noch eine Zeit, wo am Eingang des „Familienbad“ ein großes Schild hing, dass der Zutritt für alle Personen verboten sei, die sichtbare Krankheiten und insbesondere Hautkrankheiten hatten … (ich glaube, da stand wirklich das Eigenschaftswort „ekelerregend“ droben).

    Auf meinen Radtouren durch Tunesien oder Marokko habe ich – gerade wenn weit weg von den City’s wie Marakkesch, die in einer gewissen Art und Weise auch extrem sexistisch sind – wenig (keine) öffentliche Schwimmbäder gesehen. Und eine Dusche war oft auch nicht zu finden.

    Andererseits gibt es in alten Städten Deutschlands wie eben Augsburg die öffentlichen Körperreinigungsanstalten zeitlich auch nicht so lange, die dann später oft zu öffentlichen Hallenschwimmbädern wurden. In der Schweiz gab es wohl vor knapp 150 Jahren das erste Hallenschwimmbad in St.Gallen. So lange ist das auch nicht her.
    Und wenn ich das richtig gelesen habe, wird die Anzahl der Schwimmbäder in Deutschland weniger, weil mehr schließen müssen als neu dazukommen.

    Zur Körpereinigung allgemein. In meiner Jugend wurde morgens mit dem Waschlappen gewaschen. Ein Bad gab es einmal in der Woche, das wurde feierlich zelebriert, der Badeofen mit Holz und Briketts angeheizt (Steinkohle ging nicht). Dann wurde das warme Wasser gerecht aufgeteilt, eine Hälfte für die Eltern, die andere für die beiden Kinder. Und dann gab es frische Unterwäsche …

    Und da hat es und man im Alltag auch so richtig gemüffelt. Im Klassenzimmer wie sonst auch. Und das war ja auch ein Grund, dann ganz schnell zum Rauchen anzufangen – weil man den eigenen Gestank nicht mehr ausgehalten hat.

    Fazit:
    Auch deutsche Männer freuen sich, wenn sie im Schwimmbad mal was Hübsches sehen. Glücklicherweise sind sie in der Regel ein wenig anders domestiziert als unsere Freunde aus Nordafrika und vielen anderen Teilen der Welt. Und in Nordafrika gab es noch nie so viel Wasser, dass man täglich duschen konnte.

    Noch ein Hinweis:
    Wie ich vor einem halben Jahr in Mumbai (das früher Bombay hieß) war, ist mir aufgefallen, dass in allen S-Bahnzügen mit denen ich fuhr es eigene Abteile für Frauen gab. Und zwar nicht wenige, in der Aufteilung in etwa so wie bei uns in der Eisenbahn früher zwischen Raucher und Nichtraucher.

  6. Chris Wood (Sonntag, der 17. Januar 2016)

    No news is good news. „News“ is singular.

  7. six (Sonntag, der 17. Januar 2016)

    Stimmt Chris, ich hab’s geändert.

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