Detlev Six
Freitag, der 19. November 2010

Die schärfsten Kritiker der Elche waren früher selber welche.

Welches große westliche Land ist das?

Die Handelspolitik des Landes war in den vergangenen
Jahrzehnten mit einem Importzoll auf Industriegüter
von 40 bis 55 % buchstäblich die protektionistischte
der Welt. Die Mehrheit der Bevölkerung darf nicht
wählen.
Stimmenkauf und Wahlbetrug sind an der
Tagesordnung. Die Korruption greift ungezügelt um
sich, und die politischen Parteien verkaufen Regierungs-
ämter an ihre finanziellen Wohltäter.
Der Staat hat
noch nie einen Beamten mittels einer offenen Aus-
schreibung eingestellt. Die öffentlichen Finanzen
stehen dermaßen auf der Kippe, dass die Staats-
schulden auch ausländische Investoren beunruhigen.

Trotzdem werden Investoren aus dem Ausland aufs
Heftigste diskriminiert. Vor allem auf dem Bankensektor
dürfen Auslander keine Führungspositionen besetzen,
und ausländische Aktionäre dürfen ihr Stimmrecht nur
ausüben, wenn sie einen Wohnsitz im Land haben.

Ein Wettbewerbsrecht fehlt völlig. Kartelle und andere
Formen des Monopols sind zugelassen und wuchern
unkontrolliert.
Der Schutz geistigen Eigentums ist
löchrig, insbesondere durch die Weigerung ausländische
Urheberrechte zu schützen.

Die Auflösung:

Es sind die USA im Jahr 1880.

100 Jahre später haben die Chicago Boys im Gefolge
von Milton Friedman Ländern, die in einem Zustand
der Entwicklung waren wie die USA 1880, eine Kur der
radikalen Wirtschaftsliberalität verordnet, ihren
weltweit agierenden Unternehmen den Markt geöffnet
und das Gesellschaftsvermögen der betroffenen Länder
ruiniert.

Jetzt möchten die USA die Exportwirtschaften anderer
Länder regeln.

Erfahrungen mit Protektionismus haben sie ja. Da
brauchen sie nur in die eigenen Geschichtsbücher
zu schauen. Da stehen dann abwechselnd die Rezepte
drin, die den USA jeweils am meisten nützen.

SIX

Der Auszug über die USA 1880 stammt aus dem Buch
„23 Lügen, die sie uns über den Kapitalismus erzählen“
des Wirtschaftswissenschaftlers Ha-Joon Chang, der
in Cambridge forscht und lehrt.

Das Buch zu den Ideologen des freien Marktes hat
Naomi Klein (Die Schocktherapie) geschrieben und
Hans-Peter Kühn im IF-Blog rezensiert.

Die Schlagzeile wird abwechseln Robert Gernhardt
oder F. W. Bernstein zugeschrieben.

Danke allen, die ich zitiert habe.

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2 Kommentare zu “Die schärfsten Kritiker der Elche waren früher selber welche.”

  1. Chris Wood (Freitag, der 19. November 2010)

    I was shocked by Obama’s proposal, which is totally contrary to current American economic philosophy. But I haven’t yet given up hope in him. Clearly he wants to pump money into the US economy to create jobs. This would fit his (Democrat) wish to help the poor (at some expense to the rich). It would also reverse the decline in Democrat votes, and improve his chances of re-election. But he is worried that the money will mainly go on imports. Of course he has a simple solution to this problem, US import restrictions! But there is a further problem then for him. Americans would notice that they were being forced by the government to buy goods at higher prices than necessary. So somebody came up with this strange idea. Make out that the foreigners are all to blame! This should not be difficult, as very many Americans already think like that. (I think other nations are not very different in this). In the unlikely case that China, Germany, etc. set up extra bureaucracies to restrict exports that is ideal for USA. If not, at least the foreigners can be blamed for lack of cooperation. I wonder if Obama secretly apologised to Merkel, etc. for this subterfuge.
    I believe that trade deficits are really much less than the statistics show. The statistics exclude exports of company shares. Such exports have interesting effects. The buyer does not really get control, (unless the exporting country is weak). Consider the Suez Canal, which was simply taken by Egypt, with American help, from (mainly British) investors. USA has exported a lot of shares (I bought some too). It is dynamic enough to start up new successful companies, while the old ones decline. So the foreigners do not profit as they hope. Americans are better placed to pick the right start-ups to invest in, Intel, Microsoft, Amazon, EBay, Google, Apple, Facebook, etc. and to get out when they start to decline (Sun, Yahoo, AOL). (Of course these lists are historical. I have little idea what will happen next).

  2. rd (Samstag, der 20. November 2010)

    Vielleicht ergänzenswert:

    In den USA gab es seit 1933 ein Goldverbot, welches bis hinein in die 1970er Jahre bestand hatte. So wurde jedem US-Bürger per Gesetz verboten, Gold zu besitzen.

    Dieses Verbot folgend waren die Staatsbürger der Vereinigten Staaten dazu verpflichtet, ihr sämtliches Gold (Goldmünzen, Goldbarren etc.) bei der amerikanischen Zentralbank FED (Federal Reserve System) als Goldreserve abzugeben.

    Bürger die sich dieser Zwangsenteignung widersetzten, wurden mit Haftstrafen oder sehr hohen Geldstrafen belegt.

    Bürger, die ihr Gold freiwillig an die FED abgegeben haben, wurden mit einer geringen Entschädigung abgefunden, welche schon damals deutlich unter dem herrschenden Goldpreis lag.

    Gold welches hingegeben bei Razzien oder sonstigen Hausdurchsuchungen gefunden wurde, wurde damals ohne jegliche Entschädigung eingezogen. Hierbei gingen die USA recht rabiat vor, das bestehende Recht auf Eigentum wurde eingefroren.

    Erst nach dem im Jahr 1971 vom amerikanischen Präsidenten Nixon die Vereinbarung aufgehoben wurde jeden US-Dollar durch eine entsprechende Menge Gold abzusichern, war der private Besitz von Gold in den Vereinigten Staaten wieder legal möglich.

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