Detlev Six
Montag, der 5. Juli 2010

Fahnenbildung und Fahnenflucht.

Was wäre dieser Blog ohne Roland, dem Geist und Chris dem Geist,
der jedem in die Wadeln beisst.

Jetzt hat Roland, der eine Geist, dem anderen Geist das allerschlimmste
Geistverbrechen vorgeworfen: Geistlosigkeit.

Widerspruch.

Chris findet die Fahnenbildung nicht in der Sprache seiner Heimat.

Wozu auch.

Das Konzept der Fahnenbildung lässt sich schnell erklären:

Wenn 2 Menschen (mindestens) diskutieren, sicherstellen,
dass dies auf den gleichen Voraussetzungen passiert.

Ich sage hier diskutieren, nicht reden, damit klar ist,
dass es sich nicht um die Tauglichkeit der
deutschen Fussballmannschaft zum Weltmeister handelt,
sondern um schwerwiegende Themen:

Leben, Sterben, Gott, Gerechtigkeit, Freiheit, Bierpreis.

Aus dieser Selbstverständlichkeit hat Rupert Lay eine
abendfüllende Philosophieveranstaltung gezaubert, die
er mit einem feschen Syllogismus krönt – das ist die Technik,
die aus den falschen Prämissen die richtigen Schlüsse zieht.

Da bleibt nur die Fahnenflucht.

Lieber Chris bleib‘ wie Du bist, obwohl du näher an der
Fahnenbildung bist, als Du weißt.

Six

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5 Kommentare zu “Fahnenbildung und Fahnenflucht.”

  1. rd (Montag, der 5. Juli 2010)

    Hi Detlev! Du bist witzig und spritzig wie immer.

    Aber:

    Die Kunst seit mehr als 2000 Jahren ist es, die Prämissen (soweit möglich) streng dialektisch auf Wahrhaftigkeit zu prüfen und dann natürlich formal und inhaltlich die korrekten Schlüsse zu ziehen. Und beides ist alles andere als trivial – wenn überhaupt möglich.

    Insofern ist Fahnenbildung noch der konstruktivste Versuch, das Unmögliche zu schaffen, nämlich wahrhaftigen Erkenntnisgewinn. Und erstaunlicherweise gelingt das meistens ein klein wenig – dies allerdings dann von großem Wert.

    Vielleicht schreibe ich mal einen Artikel mit beispielhaften Ergebnissen aus Prozessen der Fahnenbildung.

    Aber vielleicht sollten wir den Großmeister der Dialektik Klaus-Jürgen Grün in die Diskussion involvieren 🙂

  2. six (Montag, der 5. Juli 2010)

    Roland, ich bin gespannt auf Deine Beispiele. Die Wahrheit is‘ auf’m Platz.

  3. Chris Wood (Dienstag, der 6. Juli 2010)

    What should I say? I do not see myself as a dachshund. I just try to correct mistakes, with the optimistic hope that my mistakes will also be corrected. I try to bring in a little humour. OK, Cambridge humour tends to be slightly brutal, but it is nevertheless a towering achievement of civilisation, on a level with football.
    Otherwise, although I do not really understand it, I like what Detlev writes.

    Regarding Roland’s comment, the only ancient Greek philosophical conclusion of value to us was Socrates conclusion that they knew nothing. And he said that only to provoke. He did not really believe it. But perhaps Socrates was really good. Almost all we know of him was reported by Plato, who was certainly pretty muddled and may have reported badly. There were ancient Greeks, mainly in Alexandria, who had useful mathematical and scientific ideas. The Greek philosophers understood logic, but was this new? Their other (philosophical) views were based on even greater ignorance of the universe than ours.
    Only the culture of science moves towards the truth.
    Die Wahrheit is’ auf’m Platz.

  4. Detlev Six (Dienstag, der 6. Juli 2010)

    Okay, Chris, das Bild mit dem Wadlbeisser war ein wenig zu sehr der Pointe verpflichtet und nicht so sehr der Wahrhaftigkeit. Ich sehe Dich ähnlich, wie Du Dich selbst beschreibst. Finde allerdings schade, dass Du meine Beiträge nicht wirklich verstehst. Ich werde an der Klarheit meiner Mitteilungen arbeiten.

  5. Chris Wood (Donnerstag, der 8. Juli 2010)

    That about Socrates perhaps being good, was only about him as a philosopher. He was a terrible intellectual snob, anti-democraticm, and not nice to his wife. She loved him although he refused to get a proper job and was ridiculed by many.

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