Detlev Six
Freitag, der 10. Dezember 2010

Happiness is a warm gun #3 – Fire sale.

1.Stufe: Lahmlegen des Verkehrs.
2.Stufe: Lahmlegen von Finanzen und Telekommunikation.
3.Stufe: Lahmlegen der Energieversorgung.

Besetzung:
Eine Mischung aus erstklassigen Hackern und Warm Guns.

Anleitung:
Stirb langsam 4.0

Wahrscheinlichkeit:
Was ist den Leuten hinter dem Manifest „Der kommende Aufstand“ zuzutrauen?

In dem Hollywood-Film „Stirb langsam 4.0“ gelingt
es einem einsamen Bruce Willis die Mischung aus
erstklassigen Hackern und Warm Guns auf dem Weg
zur Ausschaltung der gesamten nationalen Infrastruktur
(im Film als „Fire sale“ bezeichnet) zu stoppen.

Filmdramaturgisch erwartungsgemäß natürlich erst in
der Schlussphase der 3.Stufe.

Im Angesicht des „Kommenden Aufstands“ ist ein
solches Szenario realistisch?

Noch sind die Computernetze nicht vernetzt genug,
die Zentralisierung nicht weit genug fortgeschritten.

Gibt es Hacker und Warm Guns vom Kaliber der Filmfiguren?

Ganz gewiss.

Wem würde die nachfolgende Anarchie nützen?

Da es dazu im Film nicht kam, das Irak-Beispiel
des amerikanische Autors Dexter Filkins aus
„Der ewige Krieg“: Im Irak gab es für wenige
Monate eine Situation, wie sie die Linksradikalen
wünschen. Der Staat Saddams war abgeschafft,
amerikanische Soldaten waren noch nicht in
ausreichender Zahl im Land. Da gaben sie sich
zu erkennen, all die Lehrer, Wissenschaftler und
Juristen, die einen freien und demokratischen
Irak wollten. Sie kandidierten für Ämter,
gründeten Parteien, zeigten Gesicht, bekannten
Farbe. Und dann schreibt Dexter Filkins, „dann
gingen sie zur Schlachtbank“. Zu Dutzenden,
Hunderten, schließlich Tausenden wurden die
Intellektuellen, Aktivisten und Aufklärer des
neuen Irak mitsamt ihren Familien umgebracht.
Von alten Baath-Milizen, von schiitischen
Milizen, von Al Qaida, von irgendwo her
bezahlten Jungs im Geländewagen.

„Nach dem Gewaltmonopol des Staates, nach
dem Privateigentum und ohne öffentlichen
Nahverkehr blüht höchstens ein kurzer Sommer
der Anarchie.

Die unsichtbaren linken Militanten des
„Kommenden Aufstands“ überschätzen ihre
Kraft. Eine kollabierende öffentliche Ordnung
würde nicht von Deleuze lesenden Kommunarden
verbessert, sondern von der Mafia regiert“.

(Letzte beide Absätze aus der FAS zitiert).

Auf dem schwankenden Breitengrad zwischen
Sicherheit und Freiheit, in einem System, das
so viel erlaubt, dass wir regelrecht Angst vor
der Freiheit bekommen, sind wir in der Masse
der unendlich vielen kleinen Würstchen warm
gebettet.

Warm Guns bekommen Aufmerksamkeit,
Warm Guns ist es nie langweilig,
Warm Guns nehmen sich jede Freiheit,
Warm Guns sind möglicherweise happy.

Aber wer wäre schon fähig, eine Warm Gun zu sein?

Der Held in „Stirb Langsam 4.0“, der stellvertretend
für uns alle, alleine gegen die böse Welt kämpft,
schießt am Ende durch seine eigene Schulter, um
den Oberbösewicht auszuschalten.

Wir schießen gegen die Süd-Post.

SCHLUSS

1 Kommentar zu “Happiness is a warm gun #3 – Fire sale.”

  1. hans-peter kuhn (Freitag, der 10. Dezember 2010)

    Roland sollte aufpassen, jedes verpixelte Haus birgt eine konspirative Wohnung, jedes nicht verpixelte Haus, verbirgt eine gut getarnte konspirative Wohnung. Hoffe wenigstens jetzt das letzte Wort zum Thema pixeln gehabt zu haben!!!

    Ach ja, man könnte das vulgäre „verpiss Dich“ in das gesellschaftsfähige „verpixle Dich“ abwandeln.

    Schade, dass Schluss mit Deiner Serie ist.

Kommentar verfassen

*