Detlev Six
Samstag, der 9. Januar 2016

Regelschule für Flüchtlinge

Viele Flüchtlinge kommen aus antidemokratischen und kulturrassistischen Ländern. Sie treffen hier auf ihr Spiegelbild Pegida & Co, die freudig diese Gelegenheit begrüßen, den Kamm schwellen zu lassen. Dazu kommen Flüchtlinge, die keine ideologischen Vorbehalte gegen unsere Gesellschaft haben, denen es hauptsächlich ums Geld geht. Alle gemeinsam sind sie nicht, was Bill Clinton, als die Voraussetzung für das Funktionieren einer Gesellschaft erachtete: „Those who work hard and play by the rules“. Können sie auch nicht sein, also lass sie uns dazu machen.

Wir sollten nicht mehr über Menschenrechte, Menschenwürde, Freiheit, Rechtsstaatlichkeit, Minderheitenschutz, Gleichheit, Gleichstellung, Pluralismus, Moral, Ethik oder noch schlimmer, in zorniger Würde, ganz allgemein über westliche Werte schwadronieren. Alles, was den Erfolg unserer Gesellschaft ausmacht ist ein Zusammenleben, in dem niemand jemand anders auf öffentlichen Plätzen ungebeten in den Schritt greift und in dem der wirtschaftliche Erfolg einem gemeinsamen Willen zum Fortschritt zu verdanken ist. Aus allen unseren herrlichen Werten lassen sich klare Regeln ableiten, für die kein Mensch 20 Semester Philosophie studiert haben muss. Fangen wir an:

1. Regel: Deutsch lernen.
2. Regel: Keiner Frau ungebeten in den Schritt greifen.
Und, und, und.

Die Regelschule ist Pflicht für alle Flüchtlinge, der Abschluss obligatorisch, die Note fließt mit deutlichem Gewicht in die Aufenthaltsbewilligung ein.

Ich kenne die Einwände: Gibt’s alles schon. Nur, wo überall verstreut? Ist irgendjemand für diese Schule verantwortlich? Ist genug Geld und Personal dafür da? Die CSU wehrt sich seit Jahren gegen ein Einwanderungsgesetz mit dem Argument, passende Gesetze gäbe es schon überall irgendwie  und irgendwo. Ja, himmihergottzakramentnoamoi, es ist doch ein himmelweiter Unterschied, ob ich einen Teller bunte Knete quer durch alle Institutionen habe, oder eine feste Einrichtung, wie ein Einwanderungsministerium mit einem maßgeschneiderten Gesetzespaket.

Der größte Mist jetzt ist doch das Versäumnis klarer, verantwortungsvoller Zuständigkeit. Sei es institutioneller oder personeller Art.

In die Regelschule würde ich übrigens auch die schicken, die sich jahrelang an den Regensburger Domspatzen vergangen haben (Schon bemerkt? In der Tagesschau wird zwischen der Köln-Berichterstattung und den Domspatzen-Meldungen immer ein anderer Nachrichtenblock geschaltet, damit es nicht so auffällt, dass auch im gesitteten Deutschland eine Menge Testosteron-Täter herumlaufen. Ich will an dieser Stelle gar nicht wissen, was heute immer noch in einigen Ehen an Ungewolltem vor sich geht).

Was die Regelschule für Flüchtlinge sofort lösen würde: Die Menschen haben eine Aufgabe, ein Ziel und können selbst ihre Perspektive verbessern. Und so banal es klingt: sie sind beschäftigt.

SIX

1 Kommentar zu “Regelschule für Flüchtlinge”

  1. Joachim Schnurrer (Dienstag, der 12. Januar 2016)

    Vielen Dank für den Hinweis zu den sexuellen Übergriffen bei den Domspatzen. Ich dachte schon, ich wäre der Einzige, dem dieses auffällt! Gerade von den „aufgeklärten Medien“ wie etwa der SZ würde man erwarten, dass die Sachverhalte mal auf Seite zwei nebeneinander dargestellt werden!
    Scheinbar trauen die sich nicht, obwohl ja offensichtlich.
    Aber bei den Einen ist es eine verabscheuungswürdige Tat, bei den Anderen ein hinzunehmender Kollateralschaden.

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