Werner Lorbeer
Sonntag, der 12. Mai 2013

Auf den Lehrer kommt es an!

Dr. Werner LorbeerWir wissen doch vermeintlich ganz gewiss:

„Je höher die Bildungsausgaben, desto besser die Bildung.“

„Je kleiner die Klasse, desto größer ist der Lernerfolg.“

„Je mehr Computer im Unterricht, desto moderner ist die Bildung.“

Und:

„Deutschland ist bei den Bildungsausgaben ganz weit hinten.“

Vier Thesen, die unsere Bildungselite in den Redaktionsstuben begeistert vertritt und in jeder Anmoderation wiederholt. Je „Prechtiger*“ die Hypothese, desto besser.

Leider sind alle vier Hypothesen empirisch widerlegt. Bayern gibt weniger Geld je Schüler als Berlin aus und hat mehr Erfolg, die Mathematikleistung ist unabhängig von der Klassengröße, der Computereffekt auf das Lernen verschwindet unter all den anderen einflussreichen Variablen und schließlich liegt die BRD in den Bildungsausgaben im Mittelfeld.

Gerade letzteres ziehe ich sogar in Zweifel; denn es ist eine OECD Studie, die das feststellt. Dazu muss man wissen, dass Bemühungen privater Bildungsträger wie Handwerks- und Industriebetriebe sowie ihrer Kammern von diesen Pariser Herren und Damen noch nicht einmal zur Kenntnis genommen werden. Ja, ihre Statistiken verwechseln den deutschen „Meister“ mit dem englischsprachigen „Master“ und setzen ihn in den Statistiken gleich.

Wo ist nun etwas nachzulesen, wenn man sich der Lehr-/Lernwirlichkeit in Wahlkampfzeiten annähern möchte?

Da habe ich eine Literaturempfehlung:

„Auf den Lehrer kommt es an“ Autor Rainer Werner, Studienrat am John-Lennon-Gymnasium Berlin.

Es ist wohl kein Wunder, dass man kritische Schriften am ehesten aus Berlin und Bremen erhält; denn dort wüten die Ideologen am grimmigsten.

wl

*) „Prechtiger“ ist eine Anspielung auf den Fernsehphilosophen Richard David Precht, der ja auch mal bei Jauch war, um seine hoch fliegenden Reformideen für die Schule zu bewerben. Am Ende blieb davon nicht viel.

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