Werner Lorbeer
Sonntag, der 14. März 2010

Mit email-Knigge gegen Knigge

Knigge, sprichwörtlich gewordener Ratgeber für gesellschaftliche korrektes Verhalten. Einflussreicher Gesellschaftsbeschreiber und Literat der Aufklärung, aber auch Antreiber der Unterwanderung der Freimaurer durch das Illiminatentum Weishaupts.

Ich wünsche mir einen „email-Knigge“ der im Sinne einer ethischen Korrektheit funktioniert. Nach einem Studium von Knigge ist allerdings klar, dass dieser Name verbrannt ist, das 21. Jahrhundert muss hier noch einen neuen Namen bringen.

Zunächst im Bild oben der Star des Internet, der locker den Sprung ins Web 2.0 geschafft hat, das Intrigenzentrum des 21. Jahrhunderts, die Grundlage der Cyber-Kriminalität, das Kurszentrum in der „Fahrt auf den Eisberg“, das Zentrum von Vernetzung und Verfilzung, der Fahrtweg in die moderne Täuschung durch die multiplen Identitäten, die Droge für die sozialen Sehnsüchte der Avatare und virtuell Lebenden…

Mein Wunsch, den ich auf vielen Diskussionen mit Studenten und Softwarehäusern vorgetragen habe, ist, ein informatisches Postprodukt, das auf einer ethisch korrekten und technisch wasserdichten Beschreibung von e-Mail-Austausch funktioniert.

Outing: Ich würde es gerne kaufen und für die Benutzung etwas bezahlen. Dafür wäre ich: Frei vom Verdacht der intriganten Nutzung, befreit von Post, die sich nicht der Zertifizierung unterwirft. Dabei meine ich, muss deutlich über die SPAM Klassifikation hinausgegangen werden. Eine der technischen zu realisierenden Grundlagen muss sein, für die email Verkehr die Anonymität zu brechen. Eine andere wäre für mich ein Postdienst, der die Möglichkeit der BCC untersagt und die bürgerliche und rechtliche Identiät von Absender und CC offen und eindeutig zeigt.

Für Hinweise auf Texte und Firmen-Regelungen bin ich dankbar.

wl

2 Kommentare zu “Mit email-Knigge gegen Knigge”

  1. rd (Sonntag, der 14. März 2010)

    Lieber Werner,

    es gab mal so etwas wie CCITT. Das hat den Informationsaustausch per Post (Paket, Brief, Kabel und Funk) der Welt weltweit geregelt – und hat exzellent funktioniert. Inklusive sinnvoller Adressierung und Adressbücher.

    Leider hat die Welle der Privatisierung auch die vielen Vorteile von geregelter Infrastruktur weg gespült und dabei die Welt nicht nur verbessert 🙁

    Roland

  2. Hans Bonfigt (Montag, der 15. März 2010)

    Meine Herren, das gibt es doch alles – man müßte es bloß benutzen.
    Keiner hindert mich, meine Mail zu signieren, damit wäre meine Identität geklärt.

    Hier steht schon einiges:
    http://rrzk.uni-koeln.de/kompass/104/k10414.html

    Wenn man diese Regeln beachten würde, dann gäbe es auch kein Platzproblem bei der Mail-Archivierung.

    Solange natürlich überladene Havaristen wie Exchange oder Lotus Notes (um die schlimmsten mir bekannten zu nennen) mit den völlig falschen Grundeinstellungen daherkommen, wird sich die „E-Mail – Disziplin“ nicht ändern.

    Persönlich erlaube ich mir gerne, HTML-Mails, kaputte Header, Anhänge wie „WINMAIL.DAT“ oder ähnlichen Mist einfach abzulehnen – und zwar schon im Mailserver.
    Damit ist der Absender umgehend informiert; falsch wäre das Entgegennehmen und anschließende Aussortieren.
    Bei Rückfragen schiebe das dann immer auf den „Viren-scanner“, den ich natürlich nicht habe – aber das glaubt jeder.

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