Ein „ethisches Unternehmen“ muss unbedingt das „ABC“ des ordentlichen Kaufmanns kennen und beachten.
Auch wenn das ab und zu aus der Mode gekommen und die Optimierung gegen Regeln und Gesetze zum Volkssport geworden scheint.
Deshalb formuliere ich die sinnvollen Gebote für einen redlichen Kaufmann. Sie sind auf jeden Fall einzuhalten. Bei konsequenter Befolgung vereinfachen sie das unternehmerische Leben wesentlich.
Das ABC der ordentlichen Kaufmanns:
- Ordentliche und zeitnahe Buchführung: Nichts geht ohne Beleg, alles wird ordentlich abgelegt.
- Kaufmännisch Korrektheit: Ausgemacht ist ausgemacht, Handschlag gilt, Vertrag ist Vertrag.
- Termine: Alle Termine wie Erstellung der Bilanz etc. werden eingehalten!
- Geldwerter Vorteil: Lieber auf Experimente verzichten. Das „dicke Ende“ kommt meistens nach vielen Jahren.
- Steuern: Die Steuern werden korrekt gezahlt.
- Sozialabgaben: Auch hier ist Optimierung oder der Versuch einer Minimierung sinnlos.
- Zwangsabgaben: Da gibt es vieles wie IHK, Berufsgenossenschaft, Behindertenabgabe … Bezahlen und nicht ärgern.
- Bestechung: Nicht aktiv und nicht passiv!
- Kein Unterschleif: Privat- und Unternehmensausgaben werden sauber getrennt!
- Schwarzgeld: Auf keinen Fall! Man wird erpressbar!
Ja, und dann haben wir die vielen Regularien und Gesetze, die dem Unternehmen das Leben schwer machen. Die heißen unter anderem
– Arbeitszeitgesetz
– Betriebsverfassungsgesetz
– Kündigungsschutzgesetz
– Gesetz zur Gleichstellung
– Datenschutzgesetz
Und werden ergänzt von verschiedensten Verordnungen und Vorschriften für alle möglichen Zwecke (und Unzwecke).
Alle diese Gesetze sind gut gemeint (aber oft schlecht gemacht). Historisch bedingt gehen sie von falschen Voraussetzungen und veralteten Strukturen aus. Manchmal haben Leute sie gemacht, die keine Ahnung vom realen Leben in heutigen Unternehmen oder Interessen getrieben agiert haben.
Und diese Gesetze und Regeln sind so richtig kompliziert. Optimierung ist sinnlos. Man braucht viel (teure) Beratung, die am Schluss aber auch nichts bringt. Und Vorsicht vor eigenen Ideen. Die helfen meistens nicht wie auch Rum nörgeln und das Fordern von Reformen nichts hilft. Da wird sich nichts ändern, es ist wirklich schade um die Zeit.
Ein „ethisches Unternehmen“ konzentriert sich auf das Geschäft und hält die Gesetze einfach ein, auch wenn es schwer fällt, die Sinnhaftigkeit derselbigen einzusehen! Und optimiert auf diesem Felde auch nicht. Auch wenn hier die Versuchung immer wieder groß ist.
Und vor allem vergisst das „ethische Unternehmen“ nicht, dass trotz der vielen beschriebenen Missstände, die uns Unternehmer ärgern, wir letzten Endes gerade in Deutschland über einzigartige Voraussetzungen für das erfolgreiche Betreiben eines Gewerbes haben.
RMD